Trip to Australia – Melbourne (McKinnon)

10.5.2016 – 14.4.2016

Dan fährt mich zum Flughafen und in Windeseile ist mein Gepäck und ich eingecheckt. Der Abschied fällt schwer, aber Melbourne wartet auf mich. Der Flug dauert 2,5 Stunden und ist 30 Minuten verspätet. Gegen 13:00 treffe ich ich in Melbourne ein.

Genau so schnell wie ich mein Gepäck losgeworden bin habe ich es in Melbourne wieder, Wenn man den unendlich langen Weg im Terminal 4 (Tullamarine Airport) von Ankunft bis zur Gepäckausgabe nicht mitrechnet. Direkt am Gepäckband ist auch der Ausgang hinter dem schon der Shuttlebus (SkyBus) bereit steht. Das Ticket für Hin- und Rückfahrt habe ich zuvor online gebucht. Ich trete auf die Straße und erstarre augenblicklich. Es sind höchstens 15 Grad und eisiger Wind – ich will zurück!!

Die Fahrt dauert gut 20 Minuten und führt am unvermeidlichen Riesenrad jeder Megacity vorbei. Anscheinend ist man erst eine richtige Stadt wenn man auch so ein unnützes Ding vorweisen kann – seltsam. An der Southern Cross Station angekommen orientiere ich mich kurz und freue mich dann die gesuchte Straße direkt zu finden.

Warum suche ich eine Straße und keine Bahnlinie nach McKinnon? Mein Host Rosemary hat mir vor zwei Tagen geschrieben, dass ein Check In erst Abends möglich ist, da sie und ihr Mann Warwick beide arbeiten. Meine Begeisterung darüber hält sich zunächst in engen Grenzen. Sie bietet mir an mein Gepäck bei Warwick im Büro zu lassen und dann gemeinsam mit ihm nach McKinnon zu fahren. Als Entschädigung gibt es auch ein Abendessen mit der Familie. Ich bin einverstanden.

Es sind keine 500 Meter bis zu Warwicks Büro und ich rufe ihn aus der Lobby an. Er kommt und wir bringen das Gepäck in die Versicherungsagentur in der er arbeitet. Ich erhalte noch ein paar Tips was man sich so ansehen kann und mache mich dann auf den Kern von Melbourne zu entdecken.

Unterwegs kaufe ich eine Myki Card die mir für bis zu sieben Tage uneingeschränkten Zutritt zu allen öffentlichen Verkehrsmitteln verschafft (45 AUD). Ich wandere am Yarra River entlang und passiere das Sea Life Aquarium (braucht kein Mensch sowas), wärme mich in einem Einkaufszentrum in der Southbank auf und mache mich dann in Richtung Norden auf. Über die Princess Bridge gelange ich zur Flinders Street Station, ein altehrwürdiges Bahnhofsgebäude das in seiner jetzigen Form seit 1910 steht. Ich mische mich in das bunte Treiben die Swanston Street, lasse mich mit den Massen treiben, vorbei an Cafés, Restaurants, Souvenirläden, Supermärkten und anderen Geschäften.


Ich tanke Wärem und Ruhe vor dem Rummel in der State Library of Victoria. In einem Lese und Ruhesaal verweile ich für eine halbe Stunde und besuche dann das Old Melbourne Gaol, ein altes Gefängnis das Einblicke in das Gefängnisleben des 19. Jahunder gibt. Sehr sehenswert!


Es wird Zeit sich wieder gen Westen zu wenden. Kurz vor Warwicks Büro in der Bourke Street schlüpfe ich in ein Café und gniesse einen köstlichen Hudson Coffee Double Black. Dazu lese ich die örtliche Presse, die Herald Sun.

Gegen 17:30 Uhr melde ich mich wieder bei Warwick der mit meinem Gepäck auch prompt erscheint. Wir nehmen den Zug in der Southern Cross Station in Richtung Frankston und müssen in Caulfield auf den Schienenersatzverkehr umsteigen.

In meinem temporären Zuhause, einem schmucken Einfamilienhaus in ansonsten langweiliger Vorortgegend, erwartet uns bereits Rosemary. Ihr Tochter ist mit ihrem Mann zum Abendessen zu Besuch und so verbringen wir alle gemeinsam einen gemütlichen Abend mit angeregten Plaudereien und einem guten Essen. Sehr nette Menschen!


Zurück in der City habe ich an diesem Morgen keine festen Ziele. Ich steige an der Flinders Street Station aus und lasse mich in den Bereich treiben, in dem die Bourke Street eine Fußgängerzone ist. Dort haben gerade Musiker ihr Equipment aufgebaut und so verweile und lausche ein wenig den Klängen von The Elliotts.. Ich mag ihre Musik und kaufe ihre EP für 10 AUD.

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Eine Straßenbahn passiert den Set und die Leuchtschrift an der Front gibt St. Kilda als Ziel an. Da dieser Stadtteil bei mir ohnehin auf der Agenda steht steige ich zu.
St. Kilda hält der Winter offenbar fest in seinem Griff. Kaum Menschen auf den Straßen, viele Lokale sind geschlossen, es passt alles irgendwie zum wolkenverhangenen Himmel. Ich schlendere ein wenig herum und fahre dann zurück zum CBD um mir einen weiteren Double Black Cafe auf der Bourke Street zu gönnen.

Die lokale Presse berichtet von einem Übergriff von Obdachlosen auf Passanten. Ein offenbar verwirrter, aber sehr aggressiver Mann, hat auf Passanten eingeschlagen und wurde dabei von einer weiteren alkoholisierten Frau angefeuert. Das alles hat sich am Tag zuvor offensichtlich nur ein Block entfernt von mir abgespielt. Der Herald Sun macht sich nun Sorgen, dass Melbourne den Status der weltweit lebenswertesten Stadt verlieren könnte.

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Wenn ich ganz ehrlich bin, weiss ich gar nicht wie die Stadt zu diesem Status kommt. Verglichen mit der Goldküste möchte ich hier ganz sicher nicht wohnen. Obdachlosigkeit ist in der Tat überall zu beobachten, die Menschen sind bei weitem nicht so entspannt wie an der Goldküste. Es ist zwar nicht auffällig schmutzig in Melbourne, aber auch nicht so sauber wie z.B. in Singapur. Und nur weil im Innenstadtbereich die Benutzung der Trams kostenlos ist bin ich sicher nicht überzeugt davon hier leben zu wollen. Die Kriterien müssen andere sein. Mietpreise, Wohnfläche etc.

Nach einer Pizza zum Abendbrot beende ich den Tag ganz gemütlich mit einem Download einer deutschen Talkshow.


Heute besuche ich den Queen Victoria Market.. Auf der Hinfahrt fühle ich mich plötzlich heimisch. Mitten während der Fahrt wird verkündet, das der Zug nicht wie angegeben durch den City Loop fährt sondern in zwei Stationen endet (service changed).

Nach dem Um- und dann Ausstieg an der Flagstaff Station und einem kurzen Fußweg bin ich endlich am Ziel. Hier gibt es von frischen Nahrungsmitteln bis zu verrückten Souvenirs alles was man sich vorstellen kann. Auch Livemusik ist wieder vertreten, allerdings diesmal mit Panflöten (aber ohne Lama!). Das kann ich bei uns auch in jeder Fußgängerzone haben. Nach gut zwei Stunden habe ich genug gesehen und verlasse den Markt ohne Einkäufe wieder (ich brauche neue Flipflops – die haben wirklich alles da, nur nicht was ich brauche!).

Ich streife noch durch das Einkaufszentrum neben der Southern Cross Station und werde fündig. Winterschlussverkauf, ich erstehe ein paar sehr gute Flipflops für 15 AUD an statt 38 AUD. Zufrieden nehme ich den Zug zurück nach Caulfield. (Der übrigens dreimal wegen einer Signalstörung anhält – Thänk juuu for träweling with Australische Bahn!)

Nach einem ausgiebigen Mittagsschlaf, und später einem guten Gulasch den Rosemary mir zubereitet endet der Tag soweit ereignislos.
P.S. Rosemary lacht sich hab tot, dass sie ohne darüber nachzudenken ein deutsches Gericht kocht.


An meinem letzten ganzen Tag in Melbourne statte ich dem Harley Davidson Store in Melbourne einen Besuch ab. Da ich ja noch nach Adelaide und Sydney komme halte ich es für angebracht noch ein wenig warme Kleidung zu kaufen. Ich erstehe eine Hose und ein Kapuzen-Sweatshirt für günstige 140€, gut die Hälfte von dem, was es bei uns gekostet hätte. In einem Outdoor-Laden kaufe ich noch sicherheitshalber ein Moskitonetz für Darwin.

Ich kann nicht widerstehen die Bourke Street nochmal zu besuchen in der Hoffnung auf gute Livemusik. Ich werde nicht enttäuscht. Zur guten Musik von Michael Wetzel gesellt sich auch noch die Sonne. I feel good. Und plötzlich wird diese Stadt doch sehr lebens- und liebenswert.

Nachdem ich meine Beute in die Höhle gebracht habe nehme ich das Angebot von Rosemary wahr und fahre mit dem Mountainbike nach St Kilda. Nach gut 20 Kilometern bin ich zurück. Es ist doppelt anstrengend wenn man sich zum Treten immer noch sagen muss – BLEIB LINKS!

Für heute Abend ist mir Quiche offeriert worden. Ich bin gespannt. Morgen Nachmittag geht es dann auf nach Darwin.

Lange Tage und angenehme Nächte!

P-S.
Die Australier sind sehr ökonomisch und pragmatisch was Todesanzeigen angeht 🙂

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